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Die Garnschale – geniale Resteverwertung

Wer strickt, der weiß: es bleibt immer ein Rest …

Wenn es um Wolle geht, kann ich ja kein Ende finden! Vielleicht geht es Euch auch so: Wenn ich bei einem mehrfarbigen Strickstück die Fäden vernäht habe, starre ich das Häuflein abgeschnittener Enden an, spiele damit herum und kämpfe mit mir: Soll ich die wirklich wegwerfen? Diese kostbare Wolle? Andererseits: Was soll ich damit anfangen? Was tun mit den Fadenenden, die übrig sind? Wohin mit der farblich passenden Wolle, die viel zu schade zum Wegwerfen ist?

Hier ist die Lösung. Eine geniale Bastelei, Resteverwertung, Upcycling-Idee:

Die Garn-Schale. Diese Sache macht viel zu viel Spaß, um sie ausschließlich Kindern zu überlassen!

 

 

Als Material werden Garnschnipsel benötigt, Mehl, Zucker und Wasser. Dann zur Formgebung Schüsseln oder Teller, zum Abdecken der Arbeitsfläche alte Zeitungen und Klarsichtfolie zum Einwickeln der Schüsseln. Der Materialaufwand ist also wirklich gering – ihr müsst nichts kaufen, sondern könntet gleich loslegen. Bei meinen Anleitungen ist alles mit genauen Mengenangaben zusammengefasst. Hier gibt es einen Überblick über die Vorgehensweise.

 

 

Zuerst:

Das Mehl in eine Rührschüssel geben und 0,5 l Wasser mit dem Schneebesen einrühren.

In einem Topf 0,5 l Wasser zum Kochen bringen.

Die Wasser-Mehl-Mischung mit dem Schneebesen unterrühren und aufkochen. Von der Hitze nehmen und den Zucker zugeben.

Zwischendurch immer wieder rühren – die Masse wird zäh wie Tapetenkleister und setzt sich gern am Topfboden fest.

Abkühlen lassen – das dauert etwa drei Stunden.

In der Zwischenzeit:

Die Schüsseln mit Klarsichtfolie bedecken und zwar sowohl von außen als auch von innen. Die Arbeitsfläche mit Zeitungspapier abdecken. Die Garnschnipsel vorbereiten.

Wenn die Kleistermasse abgekühlt ist, kann der Spaß beginnen:

In eine Hand ein paar Garnschnipsel nehmen, in die andere Kleister und beides in den Händen vermischen. So lange, bis jedes Garnschnipselchen mit der Klebemasse getränkt ist. Dann diese Masse auf der Schüssel verteilen, und den Vorgang wiederholen bis alles bedeckt ist. (Alles von der Schüssel, meine ich natürlich) Wie dick die Schale werden soll, entscheidet sich jetzt. Entweder es wird eine einfadige, dünne Schicht, so, dass ein eher zartes Objekt entsteht. Oder die Schnipsel-Klebemasse wird etwa einen halben Zentimeter dick aufgetragen und dann wird das ganze etwas haltbarer.

Dabei kann man hochkreativ werden: Muster legen, farblich sortieren, filigrane Skulpturen schaffen … Und sich auch noch wie ein Umwelt-Engel fühlen. Denn die Schalen sind im Gegensatz zu vielen Plastik-Deko-Teilen biologisch abbaubar!

Wenn dann alle Schüsseln bedeckt sind, beginnt der schwierige Teil: Abzuwarten bis die Masse getrocknet ist. Wie lange das dauert, hängt davon ab, wie dick die Schüsseln belegt wurden. Dickere Teile benötigen bis zu drei Tage, dünnere etwa eineinhalb.

Zwischendurch schadet es nicht, die Masse, die immer trockener wird, ein wenig zu verschieben Lücken zu stopfen und Ränder zu begradigen.

 

 

Wenn sich alles gut trocken anfühlt, ein wenig an der Plastikfolie herumzupfen, dann löst sie sich von der getrockneten Garn-Kleistermasse und: Tadah! Die neue Obstschale, das Osternest, die Schreibtisch-Aufbewahrung für Sammelsurium ist fertig!

Einen mehrmonatigen Langzeit-Dauertest über die Haltbarkeit habe ich noch nicht gemacht. Über Rückmeldungen, Verlinkungen und Kommentare dazu freue ich mich.

Ach ja: Ich fürchte allerdings, dass die Schalen keine Feuchtigkeit vertragen. Dafür sind sie haltbar – Stürze haben meine gut überstanden.

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  1. Sarah

    Wunderschön, diese Schalen! Danke für die tolle Anleitung. Das werde ich bestimmt einmal probieren. Auch ich kann die letzten Reste nie wegwerfen 😉

    • Claudia Krischer

      Es ist wirklich nicht schwierig. Und ich habe inzwischen gelernt: Sie sind sogar kompostierbar, wenn Du ökologisch unbedenkliche Wolle verwendest!

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