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Handschuhe aus Lettland

Die schönsten Dinge finden sich an unerwarteten Orten die ein wenig abseits liegen. Das Museum ‚Fünf Kontinente’ in München ist so ein Ort.

Als dort im Frühjahr 2015 die Ausstellung ‚Ornamente und Zeichen der lettischen Seele’ gezeigt wurde konnte ich mir darunter nicht wirklich viel vorstellen. Mehr schon von dem Versprechen, dass traditionelle Trachten, gearbeitet aus Webstoffen! und Wolle!!! gezeigt würden. Das klang verheißungsvoller.

Also war besuchte ich die Ausstellung, die der junge Staat im Baltikum anlässlich seiner EU-Ratspräsidentschaft auf die Reise durch Europa geschickt hatte um sich vorzustellen. Und ich war beeindruckt von der Kunstfertigkeit mit der die ausgestellten Kleidungsstücke gearbeitet worden waren. Zum Glück herrschte gerade kein großer Andrang und so krabbelte ich dort auf dem Boden herum um die geeignete Schussposition zu finden für ein Foto der phantastischen Strümpfe, die leider fast immer unter den langen Röcken versteckt waren. Die Ergebnisse dieses Shootings behalte ich lieber für mich. Aber ich war fasziniert und beeindruckt von den wunderbaren gestrickten Strümpfen und noch mehr von den einzigartigen Handschuhen.

 


Zum Vergrößern anklicken
 

 

In der Ausstellung gab es ein Buch ‚Latviesa Cimdi’ – in das ich mich sofort verguckte: In einem ungewohnten Format – Handschuh-groß eben – zeigt es die Strickobjekte in Originalgröße auf der einen Seite als Fotografie, auf der gegenüberliegenden Seite als Zählmuster. Zweifarbig, dreifarbig, in kunterbunten und graphischen Mustern. Ein Handschuh-Traum! Das Buch musste ich haben. Es kostete mich dann, zusätzlich zum Anschaffungspreis, noch einiges an Überredungskunst, denn es war eigentlich als Anschauungsmaterial gedacht. Aber es war ja der letzte Tag der Ausstellung …. und so durfte ich es mit nach Hause nehmen.

Ein wunderbarer Zufall war es dann, als ich die Kuratorin der Ausstellung Linda Rubena in Riga kennengelernt habe. Begleitete sie doch auch die ‚Let’s knit in Kurzeme’-Fahrt von Sena Klets Ende Mai.

 

 

Das ultimative Lettland Handschuh-Buch gibt es auch auf Deutsch. Wer es nicht hat, sollte es sich sofort auf die (Geburtstags-) Wunschliste setzen. Eine gut strukturierte Übersicht mit herrlichen Bildern und liebevoll übersetzten Anleitungen. Nicht nur zum Nachstricken – man kann gar nicht mehr aufhören, lettische Handschuhe zu stricken – sondern auch als Technikhilfe und mit Geschichten zur Geschichte.

Autorin Maruta Grasmane hat jeden der Handschuhe von Meisterstrickerinnen nachstricken lassen – sie alle hängen in ihrem Geschäft ‚Sena Klets’ in Riga.

 

Handschuhwand in Sena Klets

 

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